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Der Wald ist eine Generationenaufgabe

Intensiv beschäftigte sich die Gemeinde Kürnach mit ihrem Gemeindewald. Deshalb hat Bürgermeister Thomas Eberth den Gemeinderat und die Jägerschaft in den Wald eingeladen, um über die Forsteinrichtung vor Ort zu diskutieren.


waldtag
Der Gemeinderat überzeugte sich vor Ort über den Zustand des Gemeindewaldes. Anlässlich der Forsteinrichtung wurde auch langfristig an die Zukunft gedacht und ein Gingko biloba im Gemeindewald von 1.Bürgermeister Thomas Eberth und MdL Manfred Ländner als Andenken gepflanzt. Vor etwa zehn Jahren wurde der Gingko biloba zum "Baum des Jahrtausends" gewählt.



Kürnach (Mad)

Trotz strömenden Regens ließen es sich die Gemeinderäte nicht nehmen, vom Forstsachverständigen Michael Junginger seine monatelangen Inventurarbeiten im Kürnacher Wald vorstellen zu lassen. Die letzte Inventur wurde 1986 durchgeführt. Dies erlaubte einen Vergleich. "Herausragend ist die Erholungsfunktion hier am Stadtrand von Würzburg", betonte Bürgermeister Eberth. "Auch die ökologischen Funktionen wie der Erosionsschutz, der Klimaschutz oder die Rückzugsgebiete für seltene Pflanzen- und Tierarten ist in diesem Wald gegeben," ergänzte Michael Hahn, der örtliche Revierförster. Die in einem ausgezeichneten Zustand vorgefundenen Waldränder suchen ihresgleichen hier im waldarmen Landkreis Würzburg und bilden eine wertvolle Übergangszone zu den ausgedehnten Feldfluren. Die Holzvorräte haben seit 1986 erfreulicherweise um über 30% zugenommen, was dem nachhaltigen Umgang mit den jährlich wiederkehrenden Holzeinschlägen zu verdanken ist. Freilich ist der heutige Holzvorrat von knapp 150 Kubikmeter pro Hektar noch meilenweit vom benachbarten Staatswald Gramschatzer Wald entfernt, der über doppelt so viel Holzvorrat verfügt. Deshalb wird auch in Zukunft nur etwa zwei Drittel des jährlichen Holzzuwachses genutzt. Damit soll eines fernen Tages auch der ehemals übernutzte Kürnacher Wald wieder zu einem Schatzkästlein der gemeindlichen Fluren werden.

Als einen gemeindlichen Kraftakt schilderte Junginger die ausgedehnten Pflanzaktionen (73 Hektar) des gemeindlichen Bauhofes. Hier fand er so wertvolle Baumarten wie Rotbuche, Linde, Ahorn und Ulme, die den vormals verlichteten Wald kühler werden ließen. Aber auch Raritäten wie Esskastanie, Kirsche und Nussarten bereichern nun den Wald und ernähren die darin lebenden Wildtiere. Auch fremdländische Baumarten wie die türkischen Baumhasel, der amerikanische Mammutbaum, der italienische Ahorn oder die kanadische Küstentanne konnten bisher erfolgreich integriert werden. Er gratulierte der Gemeinde zu dieser breiten Baumartenpalette, die sowohl einer sommerlichen Klimaerwärmung als auch kontinental kalten Wintern bestens gewappnet seien. Als geradezu vorbildlich bezeichnete der Forstsachverständige die Alteichenvorräte, die über dieser jungen Waldgeneration stehen geblieben sind. Das Ergebnis sind sehenswerte Waldbilder von hoher ästhetischer und wirtschaftlicher Aussagekraft, die nun dem Bürger zur Verfügung stehen.

Für bedenklich hielt es der Gutachter, dass durch Rehwildverbiss nur geringe Anteile der Hauptbaumart Eiche nachwachsen konnten. Während die geltenden Jagdgesetze das ungehinderte Aufwachsen der Hauptbaumart ohne Zaun fordert, ist dies im Kürnacher Wald bisher nur kleinflächig gelungen. Deshalb wurde vor Ort auch die Bejagung mit den Jagdpächtern diskutiert. Zukünftig könnten Zäunung von Eichengruppen und verstärkte Bejagung dem Grundsatz "Wald vor Wild" Genüge tun.

"Der Wald braucht einen langen Atem und das Tun oder nicht Tun von heute ragen weit in die Zukunft unserer Wälder hinein" betonte Bürgermeister Eberth am Ende des Beganges und bedankte sich bei allen, die sich bisher um den Gemeindewald verdient gemacht haben. Der Wald ist ein ideales Objekt, um monetäre Investments in einen realen Wert zu verwandeln: Auf unvermehrbarem Boden vermehrt sich der Holzvorrat des gepflanzten Jungwaldes, der sich Jahr für Jahr real und natural verzinst. Somit stellt der Kürnacher Wald einen der wenigen echten Realwerte mit großem Zukunftspotential dar.