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Kürnacher Gemarkungsgrenze erkundet

Bei optimalem Wanderwetter hatten sich über 100 Kürnacherinnen und Kürnacher zum Grenzgang eingefunden.


grenzgang_40jahre
Bürgermeister Thomas Eberth konnte gemeinsam mit Obmann Reinhard Heinrich die langjährigen Helferinnen beim Grenzgang ehren. Hedwig Heinrich und Rita Konrad engagieren sich seit Jahrzehnten für diese Tradition.


Kürnach

Es ist eine lange Tradition in Kürnach, dass die Feldgeschworenen (Siebener oder Steinsetzer) zusammen mit Bürgermeister, interessierten Bewohnern und Kindern die Gemarkungsgrenze abschreiten und die Grenzsteine kontrollieren. Diesmal waren die Beteiligten an der westlichen Grenze gegen die Mühlhäuser, Estenfelder und Rottendorfer Flur unterwegs. Bürgermeister Thomas Eberth und Siebener-Obmann Reinhard Heinrich erläuterten dabei die alten Traditionen und Flurnamen. Natürlich gab es auf halber Wegstrecke eine Stärkung. An den Dreimärkern, also den Steinen, an denen sich drei benachbarte Gemeindefluren treffen, wurde erklärt, wie die Siebener mit Sprühdosen die Steine markieren, um so den Grenzverlauf auf der Oberseite des Steines zu kennzeichnen. In alter Zeit wurde an diesen Punkten auch die neu mitgekommenen Grenzgänger "gestaucht", um ihnen mit einem leicht schmerzhaften Platznehmen diesen Ort in Erinnerung zu erhalten. Dies ist inzwischen zwar nicht mehr üblich, trotzdem wurden natürlich erstmalige Teilnehmer und eine Neubürgerin von Kürnach gestaucht. Abschließender Höhepunkt für die Teilnehmer, darunter auch die Feldgeschworenen aus Estenfeld und Mühlhausen, war die verdiente Brotzeit, die die Gemeinde zusammen mit den Siebenern und Jagdpächtern an der Jagdhütte spendierte. "Es war Heimatkunde, Geschichte, Wandertag und Waldbegegnung sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder", so Bürgermeister Eberth zu diesem Grenzgang. "Eine schöne Tradition, die allen ein Stück Heimat und damit Identität vermittelt." Gerade beim westlichen Bogen, der mit 9 Kilometer Richtung Würzburg ausgerichtet ist, durften die Teilnehmer viel über die derzeitigen Maßnahmen der Gemeinde Kürnach erfahren. So wurde das Projekt des Überwegs am Industriepark Kürnach Nord erläutert, die Lärmschutzmaßnahmen erklärt und auch die weiteren Ansiedlungen im Industriegebiet Wachtelberg begutachtet. Etwas Besonderes an der Strecke war der neue Bürgersolarpark an der A7. Hier konnten die Teilnehmer Informationen aus erster Hand über Volumen, CO2-Einsparung und Einspeisevergütung erhalten. Abschluss war wie immer eine zünftige Brotzeit an der Jagdhütte. Dort wurden zwei Frauen, Hedwig Heinrich und Rita Konrad für über 40 Jahre Beteiligung am Grenzgang geehrt. Sie waren stets fester Bestandteil der Tradition, zum Abschluss eine gute Brotzeit, Kaffee und Kuchen für die interessierten Teilnehmer bereitzustellen. Außerdem konnte Jagdpächter Anton Emmerling zu seinem 85. Geburtstagen gratuliert werden. Spontan sangen alle Grenzgänger ein entsprechendes Ständchen. Insgesamt war es wieder eine gelungener Grenzgang.