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Training für Mensch und Tier

Es war ein kalter und windiger Sonntagmorgen im Kürnacher Gemeindewald. So manch einem Radler, Spaziergänger oder Jogger standen die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben.


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Das Aufspüren von vermissten Personen ist kein leichter Vorgang. Vor Ort in Kürnach trainierte die DLRG unter den Augen von Bürgermeister Thomas Eberth und dem Gemeinderat.

Denn im ansonsten ruhigen Wald hörte man laute Rufe sowie Hundegebell und man konnte emsiges Treiben bemerken. Außerdem fand sich neben einigen privaten PKW's auch ein Einsatzfahrzeug der DLRG OV Bw Hammelburg auf dem Rundweg im Gemeindewald.

Grund dafür war eine angekündigte Übung der DLRG Rettungshundestaffel mit Stützpunkt in Dettelbach. Diese konnte im Gemeindewald Kürnach trainieren. Auch Bürgermeister Thomas Eberth, Vertreter des Gemeinderates und die betroffenen Jagdpächter machten sich von den Suchvorgängen ein Bild vor Ort.

Bei dem Training ging es darum, in der Praxis zu demonstrieren, wie ein Rettungshund, sein Hundeführer und Helfer ausgebildet werden und wie sie bei einem Suchvorgang arbeiten. Ein Rettungshund riecht rund 20-mal besser als der Mensch. Mit seiner extrem feinen Nase kann ein Rettungshund ca. 50 suchende Personen ersetzen und somit effektiv große Flächen absuchen.

Während das Team der Staffel zur Tat schritt, wurden den Anwesenden sämtliche Fragen zu den Hunden beantwortet, Abwägungen erläutert und etwaige Bedenken angesprochen. "Gerade für die Suche nach älteren und verwirrten Menschen, nach Kindern, die sich verlaufen haben, oder für Unfallopfer kann diese Suche lebensrettend sein", begründete Bürgermeister Thomas Eberth die Trainingseinheit im Gemeindewald. "Es kommt immer wieder vor, dass bei der Holzaufarbeitung etwas passiert, dass sich jemand verläuft oder dass eine demenzkranke Person die Orientierung verliert. Da kann die Übung im tatsächlichen Einsatzgebiet nur von Vorteil sein", so Eberth weiter.

In der DLRG Rettungshundestaffel OV Bw Hammelburg e.V., Stützpunkt Dettelbach, sind ehrenamtliche Helfer mit ihren Hunden tätig. Sie unterstützen Polizei, Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen bei der Suche von Personen. Um möglichst effektiv zu arbeiten, sind dabei immer wieder Trainingssituationen für die Ausbildung von Mensch und Tier sowie zur Übung und zum Erhalt der Fitness der Tiere auch in Wäldern notwendig. Deshalb sucht die DLRG immer weitere Gebiete, in denen sie unter realistischen Bedingungen üben können. Da der Kürnacher Rundweg von Ausflüglern und Sportlern genutzt wird, wurde bei der Übung deutlich, dass sich die Begegnungen während der Übung als für beide Seiten unkompliziert darstellen. Auch weitere Hundebesitzer, die spazieren gingen, störte die Übung nicht. Insofern war das Training mit mehreren Suchvorgängen eine erfolgreiche Demonstration. Wann wieder eine Übung stattfindet, muss demnächst diskutiert werden. Jan Marquardt (Staffelleiter) freute sich mit Enya, dem ersten geprüften Rettungshund der DLRG in Bayern, über die erfolgreiche Trainingseinheit im Gemeindewald.