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Mit dem Pferd zum Klimawald

Waldarbeit mit Pferden hat eine sehr lange und erfolgreiche Tradition. Diese Form der Bewirtschaftung ist jedoch kein nostalgisches Relikt aus vergangener Zeit. Gerade heute, wo es um ökologische, wirtschaftliche und soziale Verantwortung geht, erlebt die Waldarbeit mit dem Pferd eine neue Dimension.


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Die Bürgermeister überzeugten sich vor Ort über den Zustand des Gemeindewaldes.

Die Gemeinde Kürnach hat diesen Gedanken schon seit Jahren aufgenommen und versucht durch intensive Aufforstungen den Wald der Zukunft zu errichten. "Der Begriff der Nachhaltigkeit erhält an kaum einer anderen Stelle so viel Inhalt, wie beim Umgang mit dem komplizierten Ökosystem Wald", so Bürgermeister Thomas Eberth. "Deshalb wurde jetzt mit dem Einsatz von Pferden die Vielfalt im Gemeindewald Kürnach erweitert". So boten sich Spaziergängern in diesen Tagen im Kürnacher Wald Bilder, die man sonst kaum noch zu sehen bekommt.

Wo Maschinen nur Schäden anrichten würden, ist Jochen Bacher mit seinem Pferd Michl beim Pflanzen und Sähen zugange. Am Waldweg steht ein Anhänger mit weiteren Pferden. Das ganze Jahr über ist Bacher so im Einsatz. Holzrückearbeiten fallen hierbei hauptsächlich im Winter an. Jetzt im Frühjahr wird gesät und Aufforstung betrieben. "Man ist den ganzen Tag am Denken", sagt Jochen Bacher. "Aber auch die Pferde müssen sich konzentrieren." Bei dem Kommando "Ok" laufen sie los, bei "Brr" bleiben sie stehen. Mit "Ha" und "Hott" dirigiert er die Pferde nach rechts oder links. Er und seine Pferde sind ein eingespieltes Team. "Das ist der beste Job, den es gibt. Ich schätze die fehlenden Motorgeräusche."

Die Pferde sind auf engem Raum sehr wendig, sagt Revierförster German-Michael Hahn. Zudem wird der Boden geschützt. "Die Arbeit mit den Pferden macht nur einen kleinen Teil unserer Forstarbeit aus", so Hahn. "Es geht darum, die Arbeit mit Maschinen sinnvoll mit den Pferden zu ergänzen."

Für einen Klimawald wird mit den Pferden derzeit eine intensive und großflächige Tannensaat auf einer Fläche von 2,5 Hektar durchgeführt. Diese geschieht durch das Pflügen von Sähstreifen in den Waldboden. Das Saatgut wird dann direkt in die Bestände ausgebracht. Mit einer Saatgutmenge von etwa fünf Kilogramm pro Hektar können Tannenanteile von 30 bis 40 Prozent erreicht werden. Das waldbauliche Mindestziel für die entsprechende Teilfläche im Gemeindewald Kürnach ist ein Tannenanteil von 10 Prozent.

Der Gemeinderat der Gemeinde Kürnach beschäftigt sich intensiv mit dem Gemeindewald. Er hat daher die entsprechenden Mittel für die Pflanzaktion freigegeben. Der mit 125 Hektar eher beschauliche Wald hat inzwischen eine wunderbare Vielfalt entwickelt. Auch auf eine gute Durchmischung mit verschiedensten Baumarten legt die Gemeinde Kürnach größten Wert. So soll der Gemeindewald "gesund" in die Zukunft gebracht werden. Mit dieser Aktion wird dieses Vorhaben weiter ausgebaut, ist sich Revierförster Hahn sicher.

Bürgermeister Thomas Eberth überzeugte sich mit der 2. Bürgermeisterin Sieglinde Bayerl vor Ort über den Stand der Arbeiten. "Der Wald braucht einen langen Atem. Das Tun oder Unterlassen von heute beeinflusst weit die Zukunft unserer Wälder", betonte Bürgermeister Thomas Eberth.