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Krieg wirkt über Kilometer und über Generationen nach

Gedenkveranstaltung für gefallenen Kürnacher in Wasungen


Der Krieg von 1866, der auch als Deutscher Krieg bezeichnet wird, ist wenig bekannt und viele wissen nichts darüber. Jetzt, 150 Jahre danach, finden zur Erinnerung und Mahnung zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Auch Kürnacher Bürger waren an diesem Krieg beteiligt und für einige endete dieser tödlich. Bürgermeister Thomas Eberth und die Vorsitzende des Vereins Kürnacher Geschichte(n) e.V., Friedelinde Söhnlein, nahmen an einer besonderen Veranstaltung zu dieser Thematik teil. Zur Enthüllung einer Gedenktafel für zwei bayerische Soldaten hatten sie sich mit vielen weiteren Gästen in der Friedhofskirche St. Peter eingefunden.

 

Bereits im Juli fanden unter der Schirmherrschaft des dortigen Landrates, Peter Heimrich in Roßdorf, Dermbach, Wiesenthal und Zella zahlreiche Gedenkveranstaltungen zum Thema „1866 – vor 150 Jahren Deutscher Krieg in der Rhön“ statt. Dem schloss sich die Veranstaltung auf dem Wasunger Friedhof an. Hier wurde eine Gedenktafel feierlich enthüllt, die an Franz Gregor Scheller aus Kürnach und Paulus Lieb aus Gefäll erinnert. Beide wurden in einem Vorgefecht bei Immelborn im Vorfeld der Schlacht von Roßdorf am 3. Juli 1866 verletzt, verstarben einen Tag später in Wasungen und wurden dort beigesetzt.

 

Auf Einladung von Thomas Kästner, dem Wasunger stellvertretenden Bürgermeister und dem dortigen Gemeindepfarrer Stefan Kunze nahmen der Bürgermeister der Gemeinde Kürnach Thomas Eberth und Friedelinde Söhnlein an dem Festakt teil. Neben den Mitgliedern des Stadtrates, der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte Wasungen e. V. und den Kirchenältesten konnten zahlreiche weitere Gäste begrüßt werden.

 

Zunächst sprach Pfarrer Kunze über die Ursachen von Krieg im Allgemeinen, besonders unter dem Blickpunkt des christlichen Glaubens und speziell die des Deutschen Krieges 1866. Dem schloss er einige Aussagen zur Person Paulus Lieb an. Danach erteilte er Thomas Eberth das Wort. Dieser bedankte sich herzlich für die Einladung und sprach über die Folgen des Krieges für seine Region um Würzburg und wie wichtig die Erinnerungen an solch schreckliche Ereignisse, gerade in unserer Gegenwart, die derzeit durch Krieg, Flucht und Gewalt beherrscht wird, sind. „Solche Gedenktage machen uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat. Sie lassen uns die Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft klarer erkennen. Sie zeigen, dass selbst historisch eher unbedeutende Dörfchen wie Kürnach in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie zeigen die dunkle Seite der Menschheit und machen bewusst, dass der Wille zum Friede heute aktueller denn je sein muss“, so Eberth. Friedelinde Söhnlein referierte kurz über die in Kürnach ansässige Familie Scheller und zeigte anhand deren Familiengeschichte das damalige Leben auf. Abschließend kam Thomas Kästner zu Wort. Er mahnte ebenfalls die Wichtigkeit der Erinnerungen solcher Kriegsereignisse im Blickpunkt auf die Gegenwart an. Für die musikalische Umrahmung in der Friedhofkirche sorgte Kantor Ulf Prieß.

 

Im Anschluss begaben sich alle Gäste zur östlichen Friedhofmauer, in der die Grabplatte für die zwei bayerischen Soldaten eingelassen ist. Dessen Oberfläche ist mittlerweile sehr schadhaft und kaum noch lesbar. Die neue Gedenktafel wurde daher rechts neben der alten angebracht und durch Thomas Kästner und Thomas Eberth enthüllt.

Im Anschluss waren alle Gäste zu einer kleinen Führung in das Stadtmuseum von Wasungen eingeladen. Das Angebot nahmen auch die Kürnacher Vertreter gerne an. Hierbei wurden beiderseits Gastgeschenke übergeben und man verblieb mit dem Wunsch, gegenseitige Besuche vorzunehmen. Hierzu wurden entsprechende Einladungen ausgesprochen.