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In Kürnach fühle ich mich richtig wohl

30.07.03

Hauptsächlich um neue Erfahrungen zu sammeln, ein anderes Wetter zu erleben und vor allem um neue Kulturen kennenzulernen hat sich der junge Australier Anthony Middleton aufgemacht, um im Rahmen des Schüleraustauschprogramms der Organisation AFS für ein Jahr seine Zelte in Kürnach aufzuschlagen. Insgesamt will er ein Jahr dort bleiben.


In Kürnach fühle ich mich richtig wohl

Seine Gastfamilie Renate Bätz und Thomas Herrmann zusammen mit den Töchtern Johanna und Lisa legt wert darauf, dass sich die Familie nicht ihrem Gast angepasst hat, sondern dass sich dieser prima in Gemeinschaft integriert hat.

Die Verständigung fällt Antony jetzt überhaupt nicht mehr schwer. Als er vor neun Monaten in Kürnach angekommen ist, sah das jedoch anders aus. Ohne ein Wort Deutsch zu kennen, hat er sich am Anfang schwer getan. Aber der Umgang in der Familie, die Teilnahme am Unterricht in der Schönbornschule und die alltäglichen Erfahrungen haben ihm ermöglicht, dass er jetzt unbeschwert Deutschland erleben kann.

-Besonders das viele Grün gefällt mir hier in Deutschland- erklärt der junge Australier. Sein Heimatort Newman in West-Australien liegt mitten in der Wüste, so dass diese Aussage gut zu verstehen ist. An Kürnach gefällt ihm besonders die Stadtnähe, was auch nicht verwundert, da in seiner Heimat die nächste größere Ansiedlung ca. 450 Kilometer entfernt ist.

In den vergangenen neun Monaten hat Antony schon viel von Deutschland gesehen. Er hat unser Land von Nord nach Süd durchreist und war bereits in Hamburg, Frankfurt oder München. Dort hat er natürlich das Oktoberfest besucht und die bayerische -Bierkultur- kennengelernt. Mit seiner Gastfamilie hat er die nähre Umgebung erkundet und war mit ihr in Bamberg oder Coburg. Auch das Skifahren und vor allem der Schnee hat ihn schwer beeindruckt.

Beim Essen hat sich Anthony umstellen müssen. Zuhause isst er überwiegend 400-Gramm-Steaks (!!!). In Deutschland hat es ihm vor allem eine gebratene Ente mit Klößen und Rotkraut angetan. Auch beim Kuchen sagt er nicht nein, da dieser in seiner Heimat eher seltener zu genießen ist.

In seiner Familie ist er akzeptiert und integriert wie ein drittes Kind. Zum Alltag gehört auch, dass er Pflichten übernehmen muss. Wie in fast jeder normalen Familie ist hierdurch ein Konfliktfeld vorhanden, bei dem auch Reibereien nicht ausbleiben.

Sein Gastvater Thomas Herrmann erklärt, dass er selbst längere Zeit in Neuseeland war und durch die Aufnahme junger Menschen etwas von der Gastfreundschaft und Unterstützung zurückgeben will, die ihm widerfahren ist.

Aus dieser eigenen positiven Auslandserfahrung heraus entschloss sich die Gastfamilie auf die Organisation -American Field Service- (AFS) zuzugehen. Deren Vertreterin für Unterfranken, Brigitte Haydt, wohnt ebenfalls in Kürnach, so dass der Weg zur Kontaktaufnahme nicht zu schwierig war. -Wir suchen immer Gastfamilien, die bereit sind, Menschen aus anderen Kulturen für einen längeren Zeitraum ein Zuhause zu geben- erklärt Haydt. Interessenten können jederzeit unter der Telefonnummer (0 93 67 / 4 03) bei ihr Auskünfte erhalten.

Bleibt letztlich die Frage, ob es Anthony in Deutschland und Kürnach gefallen hat. -Definitiv. Ich werde auf jeden Fall hierher zurückkommen- lautet die Antwort, die mit einer solchen Überzeugungskraft ausgesprochen wird, die erst gar keinen Zweifel aufkommen lässt.