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Chinesischer Austauschschüler findet Familie in Kürnach

02.06.05

Ein völlig neues Familiengefühl erlebt der 17-jährige Moyuan Sun aus China derzeit in Kürnach. Bei seiner Gastfamilie hat es der als Einzelkind aufwachsende Sun gleich mit fünf Geschwistern zu tun.


Chinesischer Austauschschüler findet Familie in Kürnach

Der junge chinesische Austauschschüler Moyuan Sun zusammen mit seiner Gastmutter Monika Vogel bei einem Besuch im Rathaus bei Bürgermeister Manfred Ländner

Monika Vogel, die Gastmutter, sieht es äußerst positiv, dass Moyuans Integration in Kürnach auch über den örtlichen Sportverein bestens gelungen ist. Der junge Chinese aus Peking trainiert beitragsfrei in der Basketballmannschaft mit und hat dort schnell Freunde gefunden.

Moyuan äußert sich selbst sehr positiv über das Leben in Deutschland. Auch mit dem deutschen Essen hat er keine Probleme. Speziell die bayerischen Spezialitäten haben es ihm angetan. Natürlich stehen alternativ auch chinesisches Essen auf dem Speiseplan. So hat Moyuan zum Beispiel am chinesischen Neujahrsfest für seine Familie und seine neuen Freunde ein traditionelles chinesisches Gericht zubereitet.

Die Verständigung bereitet Sun mittlerweile keine Probleme mehr. Nach einer relativ kurzen Eingewöhnungszeit war die Sprachbarriere nicht mehr vorhanden. Dabei kam ihm entgegen, dass man in seiner Heimat mit sehr vielen verschieden Dialekten lebt, die zudem sehr unterschiedlich sind.

Moyuan besucht in Peking eine Highschool. "Bei uns wird etwas intensiver gelernt" meint Sun, der während seines Aufenthalts in Deutschland das Sieboldgymnasium in Würzburg besucht. Ansonsten sieht er keinen großen Unterschiede zwischen den Schulsystemen. Im Gymnasium frönt der zudem seiner musikalischen Leidenschaft. Sowohl in Würzburg als auch in Peking spielt er Saxophon in der Big Band der Schule. 

Bürgermeister Manfred Ländner hat den jungen Gast aus China zusammen mit seiner Gastmutter zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. Dort übersetzte Moyuan einen Eintrag einer chinesischen Delegation im Goldenen Buch der Gemeinde, die Kürnach vor etlichen Jahren besucht hat.

Bei dieser Gelegenheit trug sich der junge Gast selbst ins Goldene Buch ein und steht nun dort zusammen mit Persönlichkeiten wie Dr. Edmund Stoiber oder Franz Münterfering. 

Bürgermeister Ländner überreichte Moyuan eine Kürnachmedaille und eine Krawattennadel worauf Sun feststellte, dass dieses Geschenk prima passt, da das Wort "Krawatte" das erste war, welches er auf deutsch gelernt hat.

Zusammen mit Moyuan Sun befinden sich derzeit weitere 41 chinesische Gäste unter der Obhut der Organisation "American Field Service" kurz AFS in Deutschland. Der Gastmutter Monika Vogel ist es ganz wichtig festzustellen, dass die Organisation sowohl die jungen Gäste als auch die Gasteltern während des gesamten Aufenthalts betreut und mit Rat und Tat zur Seite steht. Näher Informationen sind im Internet unter http://www.afs.de/gastfamilie zu erhalten.

Wie sinnvoll eine solche Organisation und deren Arbeit ist zeigen die abschließende Worte von Moyuan Sun: "Ich liebe Deutschland. Es ist meine zweite Heimat geworden". Ein Satz, dem wohl nicht hinzuzufügen ist.