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Restaurierung der Heilige Familie in Kürnach

Seit 1707 bis vor wenigen Jahrzehnten stand ein Bildstock, der auf der Vorderseite "Georg den Drachentöter" mit der Stifterinschrift und auf der Rückseite die "Heilige Familie" zeigt, am Wegrand entlang der Würzburger Straße gegenüber der Grießmühle in Kürnach.


bildstock-aufstellung
Bürgermeister Thomas Eberth freut sich mit Bildhauer Tilmar Hornung, Ehrenbürgerin Christine Demel und den Steinmetzen Rainer Schneider und Josef Pfuhlmann über die Wiedererrichtung des Bildstockes.

Der reich mit den Assistenzfiguren St. Anna und St. Michael, Engelsköpfen und Fruchtgehängen aus Trauben und Äpfeln sowie dem Wappen eines Müllers ausgestattete Bildstock gibt auch die Namen des Stifterehepaares und den Grund für die Stiftung bekannt:
"Anno 1707 haben die ehrsamen Jörig (Georg) Greutlich, Anna Agata sein eh(e)lige Hausfrau dießes Bilt Jesus Maria und Josef und der aller Hl. Drei(faltigkeit) zu ehrn aufricht lass". Und auch wohl zu Ehren des Namenspatrons von Jörg Greutlich, dem Stifter und der Namenspatronin seiner Frau Anna. Um 1707 war die Flurlage "Neuer Berg" voll von Weingärten, etliche Jahre später wird die Mühle "Reiche Weingartsmühle" genannt. Als sichtbares Zeichen der Volksfrömmigkeit war der Bildstock Symbol des Glaubens und Wegpunkt nach Kürnach. In einer Flurkarte von 1870 ist der exakte Ort und die Position mit Bild eingezeichnet. Durch Zufall konnte dieser Bildstock in der Grießmühle wiederentdeckt werden. Gemeinsam mit dem Mühlenbesitzer hatte die Gemeinde Kürnach beschlossen, diesen Bildstock restaurieren zu lassen und an historischer Stelle im Rahmen des neu geschaffenen Bachrundweges Kürnach-Pleichach wieder zu errichten. Der Bildstock wurde von Bildhauer Tilmar Hornung aus Bergtheim restauriert, ein Abdruck gestaltet und nun an historischer Stelle wieder aufgebaut. Bürgermeister Thomas Eberth überzeugte sich gemeinsam mit Ehrenbürgerin Christine Demel vor Ort über die Neusetzung des Bildstocks. Die schadhaften Stellen wurden ausgebessert und die Inschrift verdeutlich. Wichtigste Aufgabe war das Reinigen, das Ergänzen von Fehlstellen und das Festigen des Steins. Bürgermeister Thomas Eberth freut sich über den gelungenen Wiederaufbau an historischer Stelle. "Dieses steingewordene Zeichen Kürnacher Frömmigkeit soll zukünftig am Bachrundweg den Kürnachern sowie den Nutzern des Rad- und Wanderweges die Möglichkeit bieten, innezuhalten" so Bürgermeister Eberth, Die Gemeinde hatte die Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz zur Durchführung der Renovierung. Außerdem gewährt der Bezirk Unterfranken zur Förderung der Denkmalpflege einen größeren Betrag. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 16.000 Euro. Auch Bildhauer Tilmar Hornung ist begeistert von diesem Bildstock: "Da alle Seiten mit Motiven gestaltet sind, war die Renovierung eine zeitaufwendige Arbeit, die aber viel Freude machte". Der neugestaltete Bachrundweg Kürnach-Pleichach, der Naherholungssuchende aus der Region an dem Bildstock vorbeiführt, lädt dort zu einer Ruhepause ein, um nicht nur die Schönheit des Bildstocks, sondern auch die gegenüberliegende Grießmühle zu bewundern. Der Bildstock aus der Zeit des Barock ist ein Kleindenkmal von kulturhistorischer Bedeutung. Die Symbolik des Bildstockes mit der "Heiligen Familie" und dem "Drachentöter" haben in Kürnach seit jeher eine besondere Bedeutung. Bei einem Glas Sekt haben die Verantwortlichen sowie die Steinmetzen auf die Wiedererrichtung des Bildstockes angestoßen.