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Baustellenbegehung im Altort Kürnach

Neues Leben in alten Gemäuern


Ein leckerer Bratwurstduft war auf der Baustelle am Anwesen Pleichfelder Str. 18 schon von weitem zu riechen. Die Gemeinde Kürnach hatte die Bevölkerung eingeladen, die Sanierung vor Ort zu begutachten und den Baufortschritt zu begleiten. Zahlreiche Kürnacherinnen und Kürnacher nutzten die Gelegenheit, um sich vor Ort über die bisherigen Arbeiten und Planungen zu informieren. 1. Bürgermeister Thomas Eberth, 3. Bürgermeister Edgar Kamm und Architekt Felix Tannenberg stellten die umfangreichen Entwurfunterlagen vor, blickten auf die Historie des Gebäudes zurück und führten in Gruppen durch die einzelnen Stockwerke und Bauteile. Für diejenigen, die auf die Führung noch etwas warten mussten, hielt der Verein Küracher Geschichten e.V. eine kleine Bewirtung mit Bratwürsten und Getränken bereit.

 

Die Gemeinde Kürnach hat den historischen, fränkischen Dreiseithof Pleichfelder Str. 18 vor einiger Zeit erworben und gemeinsam mit der Abteilung Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken ein Sanierungskonzept erarbeitet, um das leerstehende Gebäude zu erhalten und mit neuem Leben zu füllen. „Dort wo bis in die 90ger Jahre gelebt und über viele Jahrzehnte davor Landwirtschaft betrieben wurde, soll zukünftig wieder Leben einziehen und Kinderlachen zu hören sein“, informierte 1. Bürgermeister Thomas Eberth über den Hintergrund der Sanierung. Im Haupthaus des original fränkischen Dreiseithofes werden zwei Wohneinheiten für Familien entstehen. Die Stallungen, Scheuen und Nebengebäude werden ebenfalls erhalten, ertüchtigt und dem Verein Kürnacher Geschichten e.V. als Ausstellungs- und Lagermöglichkeiten sowie als Vereinsräume zur Verfügung gestellt. „Es ist gelungen, den Großteil des historischen Mauerwerkes zu erhalten und durch einen cleveren Innenausbau helle und freundliche Wohnräume zu schaffen“, ergänzte Architekt Felix Tannenberg. Durch den Abriss des ehemaligen Schweinestalls aus den 60iger Jahren, konnten nun dort Parkplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und ein Mülltonnenbereich geschaffen werden. „Dort wo früher Pferde- und Ochsenfuhrwerke ein- und ausgefahren sind, wurde der Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert entsprechend, Raum für Autos und Fahrräder vorgesehen“, so der Bürgermeister. Er zeigt sich erfreut, dass der Gemeinderat der Gemeinde Kürnach seine Zustimmung zum Erhalt und zur Revitalisierung des Anwesens mitten im Altort Kürnach gegeben hat und somit auch sozialer Wohnraum geschaffen wird. „Erhalt der städtebaulichen Strukturen, Konservierung der historischen Bausubstanz und Anpassung der Nutzungen an das Heute, ist ein Musterbeispiel für gelungene innerörtliche Nachverdichtung und nachhaltiges Bauen“, so Eberth. Im Innenbereich des Hauses wurde in Holzbauweise auf ökologische Bauweise geachtet. Das Dachgeschoss wurde z. B. mit „Berliner Morgenpost“ als Cellulosedämmung energetisch auf Vordermann gebracht.

 

Als nächstes beginnen die Putz- und Estricharbeiten, die Bodenbeläge werden eingebracht und dann folgt der weitere Innenausbau. Ziel ist es, das Gebäude sowie den Innenhof bis Mitte des Jahres 2019 fertigzustellen und zeitnah an junge Familien zu vermieten. Das Gesamtvolumen im Bereich Wohnen ist mit ca. 723.000,00 € angesetzt. Der Hof und die Nebengebäude schlagen mit ca. 362.000,00 € zu Buche. Der Wohnbereich wird mit 90% aus dem Programm „Leerstand nutzen - Wohnraum schaffen“ des Freistaates Bayern gefördert. Der restliche Teil des Anwesens wird über die „normale“ Städtebauförderung mit 60% mitfinanziert.

„Gut angelegtes Geld in unserem Ortskern“, waren sich die Besucher einig. Bei Bratwurst und Bier wurde intensiv der bisherige Bauverlauf, die zukünftigen Arbeiten aber auch das Erreichte im Altort Kürnachs diskutiert. 1. Bürgermeister Eberth versprach nach der Fertigstellung nochmals die Bevölkerung zur Besichtigung einzuladen und die dann fertiggestellte Maßnahme zu begutachten. Bis dahin hoffen alle auf einen weiterhin unfallfreien und im Zeit- und Kostenrahmen liegenden Bauablauf.

Architekt Felix Tannenberg, 3. Bürgermeister Kamm und 1. Bürgermeister Eberth erläutern die Planung und die Umsetzung der bisherigen Maßnahme.