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Gemarkungsgrenze mit den Feldgeschworenen erkundet

Wissenswertes über Wald und Flur aber auch die Natur


Alljährlich machen sich in Kürnach Kinder und Erwachsene unter Führung von Siebenerobmann Reinhard Heinrich und Bürgermeister Thomas Eberth auf den Weg, um die Gemarkungsgrenze der Gemeinde Kürnach zum Teil abzugehen, zu kontrollieren und von Grenzstein zu Grenzstein zu wandern. Bei herrlichem Sonnenschein durfte Bürgermeister Thomas Eberth zu Beginn des Rundgangs anhand des Flächennutzungsplanes die wichtigsten Strukturdaten der Gemeinde Kürnach vorstellen. Mit über 1.228 ha ist die Gemeinde Kürnach eine der flächenmäßig kleineren Gemeinden im Landkreis Würzburg. Von der Fläche stehen ca. 780 ha für die landwirtschaftliche Urproduktion zur Verfügung. Außerdem besitzt die Gemeinde Kürnach 180 ha Wald. Die restliche Fläche teilt sich auf in die Bachaue, in Grünland aber auch in Verkehrsflächen sowie Wohn- und Gewerbegebiete.

Die Teilnehmer wanderten nach der Einführung die ca. 11 km lange Strecke entlang der nördlichen Grenze zu Unterpleichfeld, der östlichen Grenze zu Prosselsheim und der südlichen Grenze zu Euerfeld. Reinhard Heinrich, Siebenerobmann, erläuterte bei mehreren Stationen die Historie des Grenzgangs aber auch die Arbeit der Feldgeschworenen. Er erinnerte, dass der Gemarkungsgang schon in der Dorfordnung von Fürstbischof Julius Echter von 1581 festgeschrieben stand. „Nur mit klaren Grenzen und dem Schutz des Eigentums herrscht Friede im Dorf“, so Reinhard Heinrich. Durch die fränkische Realteilung wurden immer mehr Grundstücke gebildet und so wachen die Kürnacher Siebener über ca. 11.000 Grenzsteine.

Die Regulierung der Flur durch Flurbereinigungen in den 50er und 60er Jahren hat dann wieder, unter dem Hintergrund der Nahrungsmittelproduktion, dazu beigetragen, dass größere Ackerflächen gebildet wurden. „Jede Zeit hat gewisse Denk- und Schwerpunktaufgaben. In der Nachkriegszeit war es das Thema Ernährung. Heute diskutieren wir über den Klimawandel, Ökologie und den Artenschutz“, erläuterte Bürgermeister Eberth. Anhand eines aktuellen Werbeprospektes eines Discounters forderte er Ehrlichkeit in der Debatte über die Landwirtschaft. „ Es kann nicht sein, dass wir die regionale Nahrungsmittelproduktion und deren Anbaumethoden verteufeln und dann Biokarotten für einen Preis von 1,29 € pro kg-Beutel aus Israel importieren. Nach 4.150 Transportkilometern kann die israelische Biokarotte mit Sicherheit keinen Beitrag zum Klimawandel leisten“, so der Bürgermeister. Während der weiteren Wanderung wurden die Themen Grundwasserhaushalt und Bewässerung, Landwirtschaft und Artenvielfalt, Naturschutz und Lebensmittelproduktion intensiv debattiert.

Auch die Siebener von Euerfeld kamen an der Gemarkungsgrenze dazu. Außerdem wurden erstmalige Grenzgängerinnen auf dem Gemarkungsstein „gestaucht“. Damit soll die Gemarkungsgrenze durch den kleinen Schmerz immer in Erinnerung bleiben. In gemütlicher Runde gab es im Anschluss an der Waldhütte eine deftige Brotzeit mit Getränken und alle Beteiligten waren sich einig, dass dies wieder ein interessanter Grenzgang mit vielen Informationen zur Kürnacher Heimat war. Die Kinder nutzten die Gelegenheit und erlebten den Gemeindewald in seiner voller Wuchskraft.

 

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Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Eberth und Siebenerobmann Reinhard Heinrich erkundeten etliche Kinder und Erwachsene die Gemarkungsgrenze Kürnachs. Dabei gab es viele Informationen über die Land- und Forstwirtschaft.