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Kein Platz für Antisemitismus und Rassismus

Kürnacher begehen den Volkstrauertag


„Liebe Mutter, dein Sohn ist tot. Zwar lebt mein Körper, doch mein Geist, meine Seele ist tot. Dies ist kein Krieg, dies ist die Hölle, sterben ist unsere Aufgabe“, schrieb am 24. Mai 1916 der deutsche Gefreite Hans Meyer an seine Mutter bei der Erstürmung der Höhe „Toter Mann“ in Verdun. Wenige Tage danach starb der 19-jährige Student durch gegnerisches Granatfeuer.

Das Schicksal von rund 10 Millionen Menschen, die im Ersten Weltkrieg, der im Sommer 1914 also vor 105 Jahren begann, ihr Leben lassen mussten. Unendlich viel Verwüstung, Zerstörung, Verwundung, Hunger, Flucht und Vertreibung mit Trauer und Schmerz in Europa. Vor 80 Jahren dann, am 1. September 1939, brach die Furie des Krieges erneut über Europa herein – am Ende waren weite Teile Europas und der Welt verwüstet und über 55 Millionen Tote zu beklagen.

Gemeinsam mit Vertretern der Kirchen, der Vereine und Verbände sowie der Bevölkerung beging die Gemeinde Kürnach deshalb den Volkstrauertag 2019. Umrahmt vom örtlichen Jugendblasorchester Kürnach e.V., dem Gesangverein Kürnach e.V., der Freiwilligen Feuerwehr und dem Kameraden- und Soldatenverein e.V. mahnte Bürgermeister Thomas Eberth die Ereignisse nicht zu vergessen und dankbar zu sein. Dankbar für Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie in unserem Heimatland. Er betonte, dass der Volkstrauertag nicht nur ein Tag der Toten, sondern auch ein Tag der Lebenden ist. Genau deswegen muss auch in der heutigen Zeit dieser Tag ein wichtiger Erinnerungstag und Mahnung sein.

„Wenn wir diese Tatsache und die damit verbundenen Opfer vergessen oder die Erinnerung verdrängen, wenn wir ihr Schicksal nicht als Mahnung zur Friedfertigung begreifen und wenn wir nicht nach den Ursachen all des menschlichen Leides fragen, dann hat uns die Geschichte nichts gelehrt. Es darf keinen Platz mehr für Antisemitismus und Rassismus bei uns geben“, so Bürgermeister Thomas Eberth. Er forderte weiter einen Aufschrei gegen das Vergessen. „Der Volkstrauertag geht alle an“, betonte der Bürgermeister.

Gemeinsam beteten die Vertreter der Kirchen für Frieden in der Welt. Beim Lied „Der gute Kamerad“ gedachte man den Opfern von Krieg, Gewalt und Terrorherrschaft.

Rund um den Kirchberg versammelten sich etliche Bewohner Kürnachs um zusammen mit den Vereinen und Verbänden den Tag würdig zu begehen.